Unsere Position zum Neubau des Jugendhauses

Gegenrede zu diversen Beiträgen der WiP im Isaranzeiger

Die WiP ist gegen die beschlossenen Pläne für den Neubau des Jugendhauses.  Das ist allen klar, die den Isaranzeiger aufmerksam lesen, denn gefühlt in jeder zweiten Ausgabe kritisiert die WiP die Pläne. Das ist ihr gutes Recht. Vonseiten anderer Gruppierungen im Gemeinderat wurden Gegenreden vorgebracht. Auch ein gutes Recht.

„Fakten“
Die letzten Ausführungen der WiP zum Thema Jugendhaus stehen nun unter der Überschrift: Fakten, Fakten, Fakten. Das macht stutzig. Will uns die WiP damit sagen, dass in den Gegen-Artikeln Fake News geäußert wurden? Doch sicher nicht, sonst hätten sie die Falschaussagen ja benennen können. Oder will sie so das Ende der Debatte einläuten, denn Fakten kann man ja nicht widersprechen? Kann ich mir auch nicht vorstellen, denn das gehört zum kleinen 1×1 der politischen Kommunikation: Bei „Fakten“ lohnt sich immer die Frage: Was wird genannt und was nicht.

Die WiP betont, dass ihnen der demokratische Diskurs wichtig ist. Deshalb fühle ich mich eingeladen, einige der genannten Fakten aufzugreifen und anders zu bewerten.

Die Kostensteigerung
Ein wesentlicher Kritikpunkt der WiP sind die hohen Kosten des Jugendhaues und vor allem die Preissteigerungen im Laufe der bisherigen Planungen. Ja, das Bauwerk wird teuer, aber ein nicht unerheblicher Teil der Kostensteigerung erklärt sich durch eine Erweiterung des Raumprogramms und die Aufwertung der Sportplätze an der Margarethenstraße. Aus dem „Bullenacker“ wird ein „richtiger“ Sportplatz. Die Mehrung der Raumvolumens schafft den Pfadis endlich eine bessere räumliche Ausstattung für ihre Kinder- und Jugendarbeit, und sie schafft den Sportvereinen Umkleidemöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld der Sportplätze. Es geht ja nicht um die Größe des Gebäudes als Selbstzweck, es geht um Zwecke und Ziele, Wenn die WiP dagegen ist, den Vereinen die genannten Möglichkeiten zu schaffen, möge sie es doch bitte klar äußern.

Die Größe des Hauses – kein Selbstzweck!
Wir freuen uns, dass die WiP es akzeptiert, dass das neue Jugendhaus schnell errichtet werden muss, damit der der jetzige Freiraum2 frei wird für die Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder. Denn für die Ganztagsbetreuung muss die Gemeinde ab 2026 die räumlichen Möglichkeiten bereitstellen. Es bleibt aber die Kritik der WiP an der Größe des Neubaus. Würde man die neue Freizeitstätte kleiner planen, so das Argument, gäbe es auch nicht die Notwendigkeit von aufwändiger Ausschreibung und Verfahren, und die Räume des Freiraums2 könnten schneller zur Verfügung stehen. Ja, es ist richtig: ein VGV-Verfahren ist erst ab einer gewissen Größe und Komplexität eines Bauvorhabens notwendig. An der Stelle möchte ich aber doch daran erinnern, dass allein die Aufstockung unserer Grundschule ein VGV-Verfahren  erforderlich machte. Welche Phantasie über ein zeitgemäßes Jugendfreizeitzentrum und seine Funktionen steckt dann hinter diesem Vorschlag, es „einfach kleiner“ zu machen? Wie viel Raum, welche Ausstattung will man für die Jugendarbeit bereit stellen, was alles hält die WiP für verzichtbar? Etwas mehr Detailfreude würde der Diskussion um die Größe gut tun!

Geht doch: Lösungsorientierte Gespräche
Und zum Schluss noch der Fakt, der in keinem der Beiträge der WiP erwähnt ist: Für mich war es ein wunderbares Beispiel für kontroverse, aber lösungsorientierte Gespräche, wie das jüngst beschlossenen Konzept für das Jugendhaus und die Sportplätze verhandelt wurde. Mitglieder des Gemeinderats haben sich mit den Vertretern der Vereine ausgetauscht, es haben außerhalb der Gemeinderatssitzungen zwei „runde Tische“ stattgefunden und es gab Verhandlungen mit dem Landratsamt als übergeordneter Behörde, bis ein entscheidungsreifes Konzept erarbeitet war. Warum kann das Ergebnis eines solchen Prozesses nicht einfach akzeptiert werden?

Renate Grasse, Gemeinderätin, Bündnis 90 /Die Grünen

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